Begleiten Sie uns auf ein halbes Jahrhundert Zeitreise.

Zeitspanne: vor dem zweiten Weltkrieg

Alt – Rabenberg

Die Geschichte des Rabenberges beginnt nicht erst mit dem Aufbau des heute vorhandenen Sportareals. Schon vor dem 18. Jahrhundert eroberten Menschen den Berg, auch wenn heute nicht mehr klar ist, warum. So entstanden auf halber Höhe des Rabenberges in Richtung Erlabrunn zwei Häuser, genannt Alt- Rabenberg. Eines dieser Häuser steht noch heute und dient als Wohnhaus, das zweite brannte 1991 ab. Es beherbergte bis dahin ein Kinderferienlager.

Zeitspanne: 1945 - ca. 1959 

Die Zeiten des Urans

Nach dem zweiten Weltkrieg war es mit der Ruhe auf dem Rabenberg vorbei. Da unser Teil Deutschlands von den Sowjets besetzt war, nutzten diese sofort die Gelegenheit und planten den Abbau von Uranerz. 1948 entstand auf dem Rabenberg der Schacht mit der Nr. „204“ .

Man begann Baracken für die Bergleute zu errichten, bis hin zu Häusern mit richtigen Unterkünften. Daraus entwickelte sich langsam eine umfangreiche Wohnsiedlung. Die hier ansässigen Bergleute und ihre Familien hatten einen guten Verdienst und reichlich Lebensmittelkarten, somit ein gutes Auskommen in den damals eigentlich schweren Zeiten.

1952/53 wurde die Wismutsiedlung durch einen Laden, eine Zweigstelle der Sparkasse, eine Poststelle, einen Kindergarten, einen Friseur, ein Badehaus, ein Ambulatorium mit Arzt und auch eine Dienststelle der Polizei ergänzt und ausgebaut. Am Schluss standen über 50 Häuser auf dem heutigen Plateau des Rabenberges und es lebten in Hochzeiten 5.000 Menschen hier. Bis Ende der 1950er Jahre wurde das Erz abgebaut.

Zeitspanne ca. 1959 – Anfang der 60er Jahre 

Das Ende des Uranbergbaus und das Ideenprojekt Rabenberg

Bis zum Ende der 1950er Jahre wurde im Revier Rabenberg Erz abgebaut. Danach stand die Frage der Nachnutzung des Objektes im Raum. So wurde beim Staatlichen Komitee für Körperkultur und Sport der damaligen DDR in Berlin das Ideenprojekt Rabenberg geboren. Erste Planungen wurden erstellt. Aber weshalb gerade der Rabenberg? Nun, zum einen war das Plateau Rabenberg bereits erschlossen und zum anderen sollte ein Sportobjekt im Gebirge als Ergänzung des Systems der Leistungssportschulen der DDR entstehen.

Folgende Punkte waren maßgebend:

* eine Kapazitätserweiterung um 150 Plätze
* Klimareiz mit Höhentrainingseffekt als Vorstufe zum Training im Hochgebirge bzw. höheren Lagen. Die Olympischen Spiele in Mexiko 1968 in einer Höhe von 2300 m über NN standen bevor.
* Trainingsbelastung mit größeren Höhenunterschieden, wie Steigungenund Neigungen, sollten die Leistungen steigern.
* Neue Trainingseffekte durch den Gebirgssommer und -winter.
* Es sollte ein Konditions- und spezifisches Training für möglichst viele Sommer- und Winter-, Hallen- und Freiluftsportarten ermöglichen.
* Es sollte eine möglichst neue Umgebung für Sportarten geschaffen werden, die fast ständig im gleichen Umfeld trainieren.

Ende der 1950-er Jahre begann man einzelne Gebäude teilweise abzureißen bzw. für ihre weitere Nutzung zu sanieren.  Vieles fiel erbarmungslos dem Abrisshammer zum Opfer und alles glich einer „Mondlandschaft". Der Zustand der Zufahrtsstraße war schlecht, die Straßen auf dem Rabenberg keinesfalls besser. Von den auf dem Rabenberg beschäftigten Menschen wird diese Zeit auch „Gummistiefelzeit“ genannt.

Anfang der 60er Jahre - Historisches IV 

Aufbau der Sportschule             

Anfang der 60-er Jahre begann man mit dem Aufbau. Teilweise überschnitten sich dabei logischerweise der Abriss und Aufbau. Unter den gegebenen klimatischen Bedingungen, eine Höhenlage von etwa 900 m über NN, und damit von Oktober/November bis etwa April winterliche Verhältnisse, komplizierten den Abriss und Aufbau. An ein stabiles Straßennetz war noch nicht zu denken.

Die eigentliche Aufbauphase des Internat- und Sportkomlexes fand  in der Zeit zwischen 1963 bis 1967/68 statt.
1962-1963
wurden ein vorläufiges Heizhaus und vier Häuser, die als provisorische Internate und als Wohnungen für Mitarbeiter dienten, saniert und später entstand ein Wohngebiet daraus.
Die alte Poliklinik (heute unser Jugendgästehaus-Haus 8) wurde als Behelfsküche und Speisesaal umgebaut. Und der alte Speisesaal diente als Behelfskraft- und Sportraum.

Zwischenzeitlich entstand in der Zeit von 1965 bis 1967 ein Kesselhaus mit einem Kohlebunker für Brikettheizung, Weiterhin baute man von 1967 bis 1968 das ehemalige Klubhaus (heutiges Seminargebäude) der Wismut zu einem Mehrzweckgebäude um und aus. Das Erstaunlichste an dieser Entwicklung: 1963 ging es mit dem „Lehrgangsbetrieb“ schon los.